Veröffentlicht in der Rubrik JORLAR News
Die französischen Kontrollbehörden haben drei Straßentransportunternehmen aus Litauen, Rumänien und der Slowakei ein einjähriges Kabotageverbot auferlegt. Die Maßnahmen gelten für Fahrten auf französischem Territorium und traten am 1. Dezember 2025 in Kraft.
Die Präfektur der Region Centre-Val de Loire verhängte die Fahrverbote nach einer Reihe intensiver Straßenkontrollen. Laut den offiziellen Beschlüssen verstießen die Unternehmen wiederholt und systematisch gegen EU-Vorschriften zur Kabotage und zur Lenk- und Ruhezeit von Fahrern, wodurch der faire Wettbewerb beeinträchtigt und die Verkehrssicherheit gefährdet wurde.
Hintergrund zu den französischen Entscheidungen
Die meisten Verstöße wurden einem litauischen Transportunternehmen zugeschrieben. Zwischen Frühjahr 2024 und Frühjahr 2025 dokumentierten die Kontrolleure Dutzende Fälle von unerlaubter Kabotage, Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten zwischen Kabotageserien sowie Verstöße gegen soziale Vorschriften wie die wöchentliche Ruhezeit, die ordnungsgemäße Verwendung von Fahrtenschreibern und die Pflicht, vollständige Fahrzeugdokumente mitzuführen.
Ein rumänisches Unternehmen wurde sanktioniert, weil es wiederholt Kabotage ohne vorherigen internationalen Transportauftrag durchgeführt und die wöchentlichen Ruhezeiten unzureichend organisiert hatte. Zudem durften die Fahrer ihre reguläre Ruhezeit in der Fahrerkabine verbringen. Die Inspektoren bemängelten außerdem die unsachgemäße Nutzung des Fahrtenschreibers und das Fehlen der vorgeschriebenen französischen Markierungen für den toten Winkel an mindestens einem Fahrzeug.
Dem slowakischen Transportunternehmen wurden Beschränkungen auferlegt, nachdem Kontrollen die Nichteinhaltung der viertägigen Karenzzeit, die Überschreitung der zulässigen Anzahl von Kabotagefahrten innerhalb von sieben Tagen sowie Kabotagefahrten mehr als drei Tage nach der leeren Einreise des Fahrzeugs nach Frankreich aufgedeckt hatten. Die Behörden bemängelten zudem Mängel in der Dokumentation bezüglich der Fahrereinsätze und Verstöße gegen die wöchentliche Ruhezeit.
Was der Fall für den Markt bedeutet
Diese französischen Entscheidungen senden ein starkes Signal an den europäischen Straßentransportmarkt. Sie zeigen, dass die nationalen Behörden bereit sind, alle verfügbaren Sanktionen auszuschöpfen, wenn Verstöße nicht nur Einzelfälle, sondern Teil eines systematischen Geschäftsmodells sind. Für Spediteure, die in oder durch Frankreich operieren, werden nachhaltige Compliance-Strategien zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Für Verlader und Logistikpartner unterstreicht dieser Fall, wie wichtig es ist, ausschließlich mit Transportunternehmen zusammenzuarbeiten, die die Einhaltung der EU-Küsten- und Sozialvorschriften nachweislich gewährleisten können. Reputations- und Betriebsrisiken steigen erheblich, wenn Transportaufgaben an Spediteure ausgelagert werden, die die Grenzen des Gesetzes ausreizen.
Digitale Compliance als strategischer Vorteil
Eine solide Dokumentation und transparente Prozesse sind unerlässlich, um diese Risiken zu minimieren. Digitalisierte Frachtdokumente, eine strukturierte Datenspeicherung und der einfache Zugriff auf historische Daten erleichtern den Nachweis der Einhaltung der Vorschriften bei Straßenkontrollen oder behördlichen Prüfungen.
Wir bei JORLAR unterstützen Spediteure und Logistikunternehmen beim Übergang von papierbasierten Prozessen zu digitalen Arbeitsabläufen. Richtig implementierte digitale Tools helfen Unternehmen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, die Prozesszuverlässigkeit zu erhöhen und ihre Geschäftstätigkeit in einem zunehmend regulierten europäischen Markt zu sichern.
Quelle
- Originalartikel (auf Polnisch) auf Trans.info: Frankreich entfernt drei ausländische Fluggesellschaften von seinem Markt



