Niederländisches Straßentransportunternehmen verliert vorübergehend EU-Gemeinschaftslizenz nach Überschreitung des ERRU-Schwellenwerts

Niederländisches Straßentransportunternehmen verliert vorübergehend EU-Gemeinschaftslizenz nach Überschreitung des ERRU-Schwellenwerts

Veröffentlicht in der Rubrik JORLAR News

Ein niederländisches Straßentransportunternehmen hat als erstes Unternehmen des Landes seine EU-Gemeinschaftslizenz verloren, weil es die im Europäischen Register der Straßentransportunternehmen (ERRU) festgelegte Verstoßschwelle überschritten hatte. Die Entscheidung wurde von der niederländischen Zulassungsbehörde NIWO nach einer Untersuchung durch die Aufsichtsbehörde für Umwelt und Verkehr (ILT) bekannt gegeben.

Laut NIWO häufte das Unternehmen so viele schwere Verstöße an, dass der ERRU-Gesamtwert den zulässigen Grenzwert deutlich überschritt. Daher kam die Behörde zu dem Schluss, dass der Spediteur die Voraussetzung eines “guten Rufs” – eine der Kernvoraussetzungen für den Erhalt einer Gemeinschaftslizenz – nicht mehr erfüllte.

Von der Lizenzbehörde verhängte Sanktionen

Aufgrund der ERRU-Bewertung hat NIWO die Betriebserlaubnis des Unternehmens für sechs Monate ausgesetzt. Darüber hinaus wurde der zuständige Transportmanager für zwei Jahre für ungeeignet erklärt, diese Position auszuüben. Der Name des Unternehmens wurde nicht veröffentlicht.

Beide Sanktionen wurden nach Einlegung der Berufung durch den Betreiber vorläufig ausgesetzt; die endgültige Gerichtsentscheidung wird im Dezember erwartet. Obwohl das Verfahren noch läuft, markiert der Fall bereits jetzt einen Wendepunkt für die praktische Anwendung des ERRU-Systems in den Niederlanden.

So funktioniert das ERRU-System

ERRU – das Europäische Register der Straßenverkehrsunternehmen – verknüpft die nationalen Register lizenzierter Transportunternehmen in den EU-Mitgliedstaaten. Es ermöglicht den Behörden den Datenaustausch über von Betreibern begangene Verstöße, einschließlich solcher, die außerhalb des Landes begangen werden, in dem das Unternehmen registriert ist.

Seit Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2016/403 und der Änderungen des Mobilitätspakets werden Verstöße mit Punkten bewertet und in drei Kategorien eingeteilt: schwerwiegend, sehr schwerwiegend und schwerwiegend. Dazu gehören beispielsweise die Manipulation von Fahrtenschreibern, wiederholte Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeitvorschriften, gefährliche Überladung oder illegale Manipulation der Abgasreinigung. Die maximale Punktzahl, die ein Unternehmen erreichen kann, hängt von der Größe seines Fuhrparks ab.

Wird der Schwellenwert überschritten, muss die Genehmigungsbehörde den guten Ruf des Unternehmens erneut prüfen. Je nach Ergebnis können die Maßnahmen von Verwarnungen und Korrekturmaßnahmen bis hin zur Aussetzung oder dem Entzug der Lizenz und dem Ausschluss des Transportmanagers reichen.

Warum dieser Fall für den europäischen Straßenverkehr von Bedeutung ist

Bislang stützten sich die niederländischen Behörden hauptsächlich auf Verwarnungen und Korrekturmaßnahmen und zögerten, die härtesten Sanktionen allein auf ERRU-Werte zu stützen. Dieser jüngste Fall deutet auf einen Wandel hin zu einem strengeren Vorgehen bei der Durchsetzung von Vorschriften hin, dem andere EU-Länder möglicherweise folgen werden.

Für Spediteure ist die Botschaft eindeutig: Wiederholte Verstöße bergen nicht mehr nur ein finanzielles Risiko, sondern können ihre Lizenz – und damit ihr gesamtes Geschäftsmodell – gefährden. Für Verlader und Logistikkunden bieten ERRU-basierte Entscheidungen einen zusätzlichen Indikator zur Beurteilung der Zuverlässigkeit von Transportpartnern.

Die Rolle digitaler Prozesse und Dokumentation

Viele Verstöße, die zu hohen ERRU-Werten beitragen, sind auf mangelhafte Prozesskontrolle, unvollständige Dokumentation oder fehlende Transparenz zurückzuführen. Digitale Lösungen können Betreibern helfen, ihre Daten zu strukturieren, die Einhaltung von Vorschriften in Echtzeit zu überwachen und bei Inspektionen eindeutige Nachweise zu erbringen.

JORLAR unterstützt Transport- und Logistikunternehmen bei der Umstellung von manueller Papierarbeit auf digitale Dokumentation und Prozessmanagement. Durch die Kombination von zuverlässigem Datenmanagement mit klaren Verfahren können Unternehmen das Risiko schwerwiegender Verstöße deutlich reduzieren und ihre Betriebserlaubnis in ganz Europa sichern.

Quelle

Kontaktieren Sie JORLAR

JORLAR sro.
K Červenému vrchu 844/2a, 160 00 Praha 6, Tschechische Republik
Telefon: +420 226 886 571
E-Mail: info@jorlar.com
Web: www.jorlar.com

Leave a Comment

Your email address will not be published. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Shopping Cart
Ihr Warenkorb ist derzeit leer!.

Sie können sich alle verfügbaren Produkte ansehen und einige im Geschäft kaufen.

Weiter einkaufen
Bestellhinweis hinzufügen
Versandkosten schätzen
open